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The "Belt and Road" China Taichi culture world tour

05. März 2018

belt and road

Weltweit praktizieren heute geschätzte 200 Millionen Menschen Taiji. Und nach der chinesischen Wushu-Association sollen es noch mehr werden.

Vom 18. – 25. Februar 2018 besuchte die Chinesische Wushu-Association im Rahmen des Projektes „The "Belt and Road" China Taichi culture world tour in Europa-die Städte Berlin, Vicenza, Budapest und Wien. Taiji-Begeisterte waren eingeladen, einen ersten Einblick in das Duanwei-System mit Meistern des Chen- und des Yang-Stils zu nehmen. Die Anwesenheit von unserem Shifu Grossmeister Chen Xiaowang wirkte in Berlin wie ein Magnet, die grosse Teilnehmerzahl sprengte beinahe das Platzangebot.

Erfahrungsbericht von Regula Stehli

Nach dem obligaten Fotoshooting und einer kurzen Begrüssung begeben sich die beiden in Chen- und Yang-Stil aufgeteilten Gruppen zu ihren Lehrern. Erklärungen gibt es dann nicht mehr viele, es geht bei uns Chen-Taiji’lern unter der Leitung von Grossmeister Huang Xin gleich los:. Als erstes der Gruss ganz nach chinesischer Art mit der dazu gehörenden Handbewegung – zackig und klar.
Es bleibt an diesem ersten Nachmittag nur wenig Zeit für das Erlernen der Form Duanwei 1, sollen wir doch auch einen Einblick in die passende Partnerform bekommen. Die lange Zweierreihe ist vor allem für die hintersten Paare eine echte Herausforderung: wie und wo lässt sich ein Blick auf die Unterrichtenden erhaschen?

Nach Wiederholen des am Vortag Erlernten heisst es dann am Nachmittag des zweiten Tages die Form und auch die Partnerübung dem Gremium der Wushu-Association vorzuführen. Das Angebot, Fragen an die Grossmeister richten zu können, wird rege benutzt. Die Frage, wie sich denn GM Chen Xiaowang die Zukunft des Lernens in Europa vorstelle, beantwortet er mit der Gegenfrage, ob wir denn wissen wollen, ob er wieder nach Europa komme. Seine Antwortganz typisch nach der Art unseres Shifus: Unterrichten sei für ihn wie das Praktizieren von Reeling silk. Zeitweise führe er die Bewegungen sehr gross aus. Dieser Unterricht finde in China statt. Übe er mit kleinen Bewegungen, unterrichte er in Europa.

Am Nachmittag gibt uns Professor Kang Gewu in einem Vortrag einen Einblick in die chinesische Taiji-Kultur und Grossmeister Chen Xiaowang referiert über die Grundlagen des Taijiquan. Beide Referate sind sehr interessant und natürlich kleben die Schüler-/innen ihrem Shifu wie gebannt an seinen Lippen – Lieber Chen Xiaowang, wir alle freuen uns auf mehr!

Der Abschluss bildet eine Demo der Meister und Grossmeister. Chen Xiaowang ist in seinem Element – Seine Vorführung beendet er mit einem Sprung von der Bühne. Und wird während der beiden Tage nicht ein einziges Mal das Wort „Qi“ erwähnt, müsste nun allen Anwesenden klar sein, dass es da noch etwas anderes gibt als nur die rohe Muskelkraft!

Das DuanWei System können wir mit dem Graduierungssystem beispielsweise im Karate vergleichen. In sechs Formen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad, Partnerübungen und Vorzeigen von Anwendungen können sich die Lernenden von der Wushu-Association prüfen lassen. Nach dem Erreichen des sechsten Grades sind für das Erreichen der Stufen sieben und acht besondere Anforderungen definiert.. Zudem braucht es eine Berufung von der Assoiation. Die neunte Stufe ist nur neun vom Gremium gewählten Wushu-Praktizierenden vorbehalten. Die Vertretung für das Taijiquan des Chen-Stils hat unser Shifu, Grossmeister Chen Xiaowang vor einigen Jahren übernommen.

Erfahrungsbericht von Renata Mäusli

Treffpunkt 09h00 in Gymnastikhallen eines grossen Schulkomplexes in Wien. Es wird pünktlich mit der Einführung begonnen. Für dieses Tai Chi Event haben sich ungefähr 200 oder mehr Personen getroffen, um gemeinsam zu üben und auszutauschen.

Ich bin an diesem Tag anwesend als Vorstandsmitglied des CWTACH-Verbandes, damit ich die Atmosphäre erspüren kann und um Informationen zu erhalten, wie das zukünftige Tai Chi aus China im Westen vermittelt wird oder vermittelt werden soll. Die anwesenden sechs Taijiquan Grossmeister (Chen und Yang Stil) – und da erblicke ich ein bekanntes Gesicht: Grossmeister Chen Xiaowang – werden den anwesenden Europäern vorgestellt (Österreicher, Deutsche, Tschechen, Ungarn und sicher noch andere Staatsangehörige aus Europa und eine Schweizerin).

Die Gruppen werden nach Chen und Yang Stil aufgeteilt, (je eine Gruppe pro Halle) und der Unterricht beginnt. Einer der Chen Stil Meister führt uns in eine Duan Wei Form ein, welche während einem zweiten Teil in Zweierpraxis (Tueshou) gezeigt und sofort auch geübt wird. Grossmeister Chen Xiaowang übernimmt zeitweise die Leitung, um Struktur und Ruhe in diese Riesengruppe rein zu bringen. Dies gelingt ihm denn auch sehr schnell. Seine jahrelange Erfahrung mit den «Westerner» ist sichtlich spürbar!

Genau das habe ich schon lange gesucht! Die Form gefällt mir sehr, die Anwendung mit Partnerinnen und Partnern ist anspruchsvoll und doch sehr faszinierend. Der Vortrag am Nachmittag über Gesundheit, Aufbau von Tai Chi und der Kultur China’s wirft bei mir einige Fragen auf. Es wird oft von Harmonie gesprochen und es scheint mir, dass die chinesische Kultur und das aktuelle China in einer sehr idealisierten Weise dargestellt werden. Dies verwirrt mich doch ein wenig!

Zum Abschluss des Tages wird das Geübte vor Zuschauerinnen und Zuschauern (es kommen nach und nach mehr Leute dazu, vor allem Chinesen) vorgeführt.
Kurz: es war für mich ein interessanter und abwechslungsreicher Tag, welcher sehr gut organisiert war.
Folgende Fragen – und auch einige mehr - stellte ich mir während des Events und danach: Wie kommt es, dass plötzlich die «Tai Chi Familie» (so wie es tagsüber mehrmals gesagt wurde) aus China sich so vereint positioniert (Chen & Yang Stil)? Wie politisch ist oder war dieses Event?

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