Geschrieben von Daniela Wegmüller und Oliver Zimmermann

Mit der einfachen Frage "was bedeutet eigentlich das Schriftzeichen auf unserem Verbands-T-Shirt" öffnete sich uns ein grosser (Bedeutungs-)Raum. Nach den ersten Recherchen im Internet und der Konsultation einiger Fachliteratur, wurde schnell klar, dass sich die Frage weder schnell und einfach beantworten liess. Fast wie in manchen Momenten der Taiji Praxis, machte sich eine gewisse Überforderung angesichts der komplexen, vielschichtigen, vielbedeutenden - zum Teil widersprüchlichen - Inhalten breit. Eine Nummer zu gross? Wie angehen? Aufgeben? Welche Empfehlung würde unsere Taiji Lehrerin in einem solchen Moment des 'Zuviels' geben…? Orientierung und 'la base', langsam werden, erforschen. Voilà. So haben wir uns dieses 'Taiji Werkzeugs' bedient und versuchten eine kleine Ecke des immensen Raums zu beleuchten - 'step-by-step', mit dem Wissen, dass es eben nur ein Schritt ist auf dem langen, spannenden Weg.

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Eine Kalligrafie unseres Grossmeisters Chen Xiaowang - Jing, Qi, Shen

Die folgenden Inhalte möchten wir mit Euch teilen. TCMler unter Euch, Sinologen und andere Interessierte gerne vor für Ergänzungen, Kommentare etc. Weiter unten haben wir eine Link- und Leseliste zusammengestellt.

 

"San" ist die Zahl für drei. Das vereinfachte Zeichen für "bao" stellt eine Kostbarkeit - einen Jadestein (玉), den Stein des Königs (王) - unter dem Symbol für ein Dach dar: einen Schatz oder ein Juwel.

Auch die Zahl Drei hat eine symbolische Bedeutung: Im Daoismus ist die Drei die Quelle aller Dinge.

Das Dao erzeugt die Eins. Die Eins erzeugt die Zwei. Die Zwei erzeugt die Drei. Die Drei erzeugt alle Dinge. Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle und streben nach dem Licht, und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie.
Laotse, Tao Te King, Vers 42

 

Jing, Qi und Shen

Nach chinesischer Auffassung wird diese Dreiheit, aus der alles Leben hervorgeht, im menschlichen Körper durch die Verschmelzung und Verwandlung der drei Schätze dargestellt: Jing 經, Qi 氣 und Shen 神. In der daoistischen inneren Alchemie geht man davon aus, dass 'San Bao' den Menschen mit Erde und Himmel (Yin und Yang) verbinden.

Jing (Essenz)

Jing ist die Grundenergie des Menschen. Wenn diese Nierenenergie vollständig verbraucht ist, stirbt man. Als Lebensessenz des physischen Körpers ist es eng mit dem Sexualakt verbunden. Jing kann auch als Spermien- bzw. Eierstockenergie bezeichnet werden, die sich in der Mitte des Unterleibs befindet. Als Yin-Komponente des Menschen verbindet es den Menschen mit der Erde und wird daher mit Dunkelheit und Form (Materie) in Verbindung gebracht.

Qi (Lebensenergie)

Qi ist die Verbindung zwischen Körper und Geist. Im San Bao repräsentiert es sowohl das Neutrale als auch das Ganzheitliche. Da es sowohl die Materie als auch die Energie und deren Verbindung untereinander umfasst, wird Qi mit dem Menschen selbst assoziiert, der sich zwischen Erde und Himmel befindet. Qi befindet sich im mittleren Dantian. Da es dem Herzen nahe ist, ist es mit Gedanken und Gefühlen verbunden.

Shen (Geist)

Shen ist die schöpferische Kraft. Sie befindet sich hinter dem Dritten Auge im oberen Dantian. Als Yang-Komponente des Menschen verbindet Shen den Menschen mit dem Himmel und wird daher mit Licht und Bewusstsein in Verbindung gebracht. Shen ist in der Lage, den Menschen mit dem Dao zu verbinden, sofern das Ego dies nicht verhindert.

Vereinigung der 3 Schätze im unteren Dantien

San Bao in Taichi, Qigong und Neidan

Im Taichi, Qigong und Neidan (daoistische innere Alchemie) liegt der Ort für die Verbindung der drei Schätze Jing, Qi und Shen im Dantian. Shen, das von oben kommt (oberes Dantian), wandelt sich im Dazwischen (mittleres Dantian) in Qi und unten in Jing um. Weiteres Training wandelt Jing in Qi und Qi in Shen um. Während den Übungen werden die drei Schätze 'San Bao' in der Einheit von Bewegung (Körper), Atem (Qi) und Vorstellung (Geist) im unteren Dantian verschmolzen.

Weitere Bedeutung. San Bao in der daoistischen Philosophie und im Buddhismus

Im Gegensatz zum körperlichen Konzept der daiostischen inneren Alchemie sind die Drei Schätze oder Drei Juwelen der daoistischen Moralphilosophie eine Reihe von drei Tugenden. Diese "zweite Reihe" von San Bao wird in Kapitel 67 des Dao De Jing erwähnt: Ci (慈), Jian (儉) und Bugan wei tianxia xian (不敢為天下先) - Mitgefühl (Sanftmut), Genügsamkeit (manchmal auch als Mäßigung übersetzt) und Demut (d. h. die Weigerung, sich über andere zu stellen).

Im Buddhismus ist ein ähnlicher - wenn auch spiritueller - Dreiklang bekannt. Die "San Bao des Buddhismus" sind: Buddha (der Erleuchtete), Dharma (die Lehre vom Weg) und Sangha (die spirituelle Gemeinschaft).

 

 

Ein Prozess des Werdens und Vergehens

"Das Leben entsteht auf dem "Weg der Erde" von Shen über Qi zu Jing. Das Leben vergeht und Bewusstsein entsteht auf dem "Weg des Himmels".

Es ist ein Prozess des Werdens folgt man dem Licht, von links über oben nach rechts verläuft. Als Prozess der zunehmenden Materialisierung bewegt er sich ein erstes Mal von oben nach unten und heißt auch „Weg der Erde“. Er kommt aus der Ebene des Shen (Geist/ Licht/ oben), wandelt sich im Dazwischen in Qi (Energie/ Mitte), um schließlich unten zu Jing (Essenz/ Dunkelheit/ Form) zu werden. Erst in der Vereinigung der drei Schätze im Jing nimmt diese Bewegung des Werdens Form an, in der Tiefe des Unterbauchs. Doch hat das Jing (Essenz) zunächst noch keine feste Form. Es ist ein noch flüchtiger, zellulärflüssiger erster Ausdruck des Qi der Erde im Menschen."
(…)

"In der Vereinigung der drei Kräfte, wird die Brust zum Wohnort des Qi und zum Zentrum des Menschen zwischen oben (dem Dritten Auge, Wohnort des Shen), und unten (der Mitte des Unterbauchs)."

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Quellen, Link- und Leseliste:
https://taiji-forum.com/glossary/san-bao/
https://at.ert.wiki/wiki/Chinese_alchemy
https://www.agtcm.de/aus-weiterbildung/tcm-fachartikel/theorie-der-chinesischen-medizin/auszug-aus-san-bao-die-drei-schaetze-im-menschen-jing-qi-und-shen.htm#2-die-kraft-der-inneren-einkehr // Blum, Ulla. 2016. Fachartikel erschienen im tiandiren-Journal
Despeux, Catherine. 2008. Jing, Qi, Shen
Engelhardt, Ute. 2000. Langlebigkeitstechniken und chinesische Medizin
Waley, Arthur. 1958. Der Weg und seine Kraft: Eine Studie über das Tao Te Ching und seinen Platz im chinesischen Denken
Wang, Mu. Grundlagen der inneren Alchemie: Die taoistische Praxis von Neidan

 

Kurzbeschrieb

Aufwärmzeit: 10-12 Minuten

Grundgedanken – Konzept nach dem coebi Konzept by Martin Schmid

  1. Standing 2` center
  2. Von unten (Erde) die Gelenke mobilisieren 3` open
  3. Schüttelübung (Nachspüren) 2` expand
  4. Grosser Bär (WS Integraldynamik) Nachspüren 2` blend
  5. Standing sammeln, nähren 3` integrade

Zu 1)

  • Erden, ankommen im Hier und Jetzt

Zu 2)

  • Knie öffnen, schliessen, von vorne und von hinten, Knie drehen nach links und nach rechts (siehe Bild rechts)Knie schliessen Marco
  • Hüfte drehen, Links – rechts
  • Schultern mit Wellenbewegung ausrollen von hinten nach vorne und umgekehrt

Zu 3)

  • Durch Schütteln ausdehnen, Blockaden lösen

Zu 4)

  • Qi Gong Stand - Becken absinken, Yi auf Ni1 – Ausdrehen aus dem Dantiem - Erde - Achten auf 100% Gewichtsverlagerung

Zu 5)

  • Gelöstes und überwundenes integrieren, neu ordnen

 

Für expansives Taiji würde ich zusätzlich aktives Dehnen aus den 16 Übungen des Meridianstrechting und / oder Übungen aus dem Mako Ho speziell LE /GB integrieren.

Danach von Oben (Himmel) nach unten entspannen, erden - analog wie dies Regula beim Standing angeleitet hat.

Hintergrund; meine prägenden Lehrer:

  • Guido Tamburini 7J
  • Regula Stehli, 6 J
  • Martin Schmid (Integralmovment, Rivers)

Ausbildungen:

  • Barbara Lehner und Antonietta Brem (Lebensgrund) aktuell
  • HPS Nebikon medizinische Qi Gong 3J

 

Weiterführende Ausführungen oder Videos nach Absprache

Liebe Grüsse

Marco

 

 

Als Taijipraktizierende und - unterrichtende, Sportlehrerin und Therapeutin, ist es mir wichtig, dass ich mit den Übungen den Leuten über das Taiji hinaus helfen kann, sowohl ihren Körper (insbesondere den Rücken), als auch den Geist gesund zu erhalten und in Balance zu bringen.

Beim Aufwärmen und Vorbereiten geht es also nicht nur darum den Körper so auszubilden , dass er taijitauglich  wird, sondern auch darum muskulären Dysbalancen welche durch den Alltag (vorallem zuviel Sitzen) entstehen entgegenzuwirken und mentale Entspannung zu finden.

Das Ziel von Taiji ist, einen Taijikörper auszubilden. Haben wir so einen, können wir uns korrekt im Taijiprinzip bewegen. Ein Taijikörper beinhaltet einen balancierten, verbundenen, entspannten Körper und Geist. Wir sollen uns aus der Mitte, aufrecht und agil bewegen und den Seidenfaden spulen können. Dann machen wir korrektes Chen Taiji.

Dies kann niemand einfach so. Deshalb müssen wir lernen, den Geist zu beruhigen und dann über diesen den Körper anzusteuern zu öffnen und lösen. So werden wir an den richtigen Körperstellen genug beweglich und durchlässig um das Prinzip überhaupt umzusetzen. Deshalb brauchen wir die Aufwärmübungen, die uns helfen dabei.

Diese Übungen, das Fangsongong (Entspannungsarbeit), sind für mich  sehr zentral. Sie sind der erste Schritt, um lernen nach innen zu hören,  die Wahrnehmung zu fördern, Blockaden zu lösen  und  alles zu entspannen, was wir nicht brauchen in DEM Moment, sowohl körperlich als auch geistig.

Beim Fangsongong müssen wir uns noch nicht im richtigen Prinzip bewegen, wir dürfen den Kopf hängen lassen, die Arme frei schwingen etc.

Ich finde es gut zuerst in eine übermässige Entspannung  zu investieren in den Yin Aspekt, welcher den meisten von uns ziemlich abhanden gekommen ist.  Das hat mich Meister Chen Bing gelernt und mir persönlich enorm geholfen. Später müssen wir die erarbeitete Entspannung aufrecht erhalten in der korrekten Körperposition, was bedeutet, Yang Aspekte umsetzen zu können (Bsp gerade aufrechte Position). Dies ist um einiges schwieriger als uns zu entspannen, wenn wir den Kopf hängen lassen dürfen. Viele Menschen haben grosse Spannungen in der aufrechten Position.

 

Wie und warum gestalte ich mein Aufwärmen so wie es ist?

Als Therapeutin ist es mir wichtig, dass die Leute nach einem strengen Arbeitstag zuerst zu sich kommen, aufatmen und abschalten können.

Ich beginne deshalb mit einer Meditation und einer Selbstmassage. Ich mag Selbstmassage sehr, weil wir über unsere Hände in Kontakt mit uns selber treten können und man sich so selber besser spüren lernt.

Ich versuche, wie weiter oben erwähnt, auch in jeder Lektion etwas zu machen gegen die üblichen Verkürzungen, welche ein Büroalltag mit sich bringt und lasse die Leute zudem am Boden starten. Etwas zu machen, was sie sonst nicht machen: am Boden sitzen. Das öffnet die Hüften und je nach Positionen die Füsse und Beine.

In jedem Training die Wirbelsäule in jede Richtung zu strecken und durchzubewegen ist ein weiteres zentrales Ziel.  Dies können dehnende und oder auch mobilisierende Übungen sein.

Im Taiji soll der Oberkörper weich und beweglich sein und der Unterkörper stabil. Das bedeutet, dass ich viel Zeit investiere, den oberen Teil des Körpers zu entspannen: Nacken, Schultern, Wirbelsäule sind zentral und daran arbeiten wir in jedem Training. Unser Meister Chen Bing hat tolle Mobilisations – und Dehnübungen dazu entworfen. Ich übernehme viele der Übungen und deren Idee, aber ich spiele auch mit ihnen und verändere sie, sonst wird mir langweilig.

Zudem gibt es diese wunderbaren runden oder wellenförmigen Mobilisationsübungen von Chen Xiaowang, bei welcher wir aus dem Dantian rotieren oder die Wellenübung die ich bei Cate gelernt habe . (Die hat mir meinen Rücken geheilt!) .  Für mich sind das die «Weichspülerübungen» , lange eine bestimmte mobilisierende Bewegung wiederholen, bis der Körper nicht mehr anders kann, als sich einfach zu entspannen.

Und dann sind da noch zig Varianten vom Schütteln, welche bei mir regelmässig ins Aufwärmen einfliessen. Schütteln finde ich genial und hat mir selber unglaublich viel geholfen.

Es gibt so viele tolle Aufwärmübungen dass es unmöglich ist, überall vorbeizukommen, in der halben Stunde, dich ich diesen zugestehe in einer Trainingseinheit. Weil es für die Leute aber wichtig ist, zuerst einmal loszulassen und sich durchzubewegen, gebe ich ihnen relativ viel Raum. Dies geht auf Kosten des restlichen Taijitrainings . 75 Min sind einfach zu kurz! Man müsste ja mindestens noch 20 Min Stehen, 15 Min Seidenübungen machen und dann Formtraining und Tui Shou, und Waffen….Ihr seht das Dilemma. Deshalb muss man zuhause weiterüben J

Zwei Übungen die ich fast in jedem Training mache ist die unten folgende von Chen Bing  (um den Nacken öffnen) und die Welle von Cate, (welche den Rücken schön geschmeidig hält). Die Welle muss ich niemandem erklären muss, die kennen alle.

Die Übung unten und auch andere von Chen Bing sind in seinem Buch zu finden. Es lohnt sich diese genau zu lernen und von jemandem, welcher sie kennt  überprüfen zu lassen. So kann man sicher sein diese auch richtig verstanden zu haben. Insbesondere die hier vorgestellte Übung sollte korrekt ausgeführt werden!

Ps: Dieser Artikel ist meine Sichtweise, welche sich aus meiner persönlichen Wissens- und Verspannungsgeschichte heraus entstanden ist und hat keine Allgemeingültigkeit.

 

 

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Der Sinn des Aufwärmens im Taijiquan liegt darin, vom Alltag im Training anzukommen und sich durch einfache, ritualisierte Übungen mit dem Körper auseinander zu setzen und den Qi-Fluss wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.

Entsprechend basiert das Aufwärmen auf Bewegungen aus den Taijiquan Formen und den Seidenfaden Übungen und umfasst den ganzen Körper und Geist. Die Bewegungen sind äusserlich sehr einfach und können von allen Teilnehmenden sofort übernommen werden. Die innere Arbeit jedoch setzt ein umfassendes Verständnis des Taijiquan voraus.

Ich unterrichte Taijiquan live und praxisorientiert. Das beinhaltet, dass ich den Teilnehmenden so viel erkläre, wie sie ihrem Erkenntnisstand entsprechend aufnehmen können. Alle sind herzlich eingeladen, bei mir ins Training zu kommen und in der praktischen Übung alles, was ich bis heute glaube zu verstehen, von mir zu erfahren.

Taijiquan richtig ausgeführt kann auch ohne Aufwärmen geübt werden. Die Bewegungen werden weich und langsam ausgeführt, sodass keine Gefahr besteht, sich durch hektische Bewegungen oder reflexartige Reaktionen zu verletzen.

Das mache ich im Aufwärmen: https://youtu.be/NkcyCR5bfn8

 

 

 

Renata Mäusli interviewt Cate Wallis

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich Regeln und Konzepte nicht wirklich mag, aber es ist mir wichtig, dass die Prinzipien eingehalten werden. Die Beachtung der Grundlagen ist unerlässlich!

Regeln in sich selbst zu haben, ist bereits eine mentale Sache. Diese Geschichten werden im Kopf gemacht und daher fehlt die Verbindung mit dem Rest des Körpers.

In der indischen Musik, die eine weitere meiner Leidenschaften ist, ist das Stimmen des Instruments genauso wichtig wie das Konzert. Wenn man das Instrument stimmt, ist man schon in der Musik! In der Kalligrafie oder der chinesischen Malerei, die ich auch gerne praktiziere, ist das Vorbereiten der Tusche bereits Kalligrafie.

Es gibt nur einen Weg und ich lasse mich von vielen verschiedenen Repertoires inspirieren... Im Taijiquan, Yoga, Shiatsu und anderen ist der Körper immer derselbe...

Ich beginne das "Stimmen des Instruments" in der Regel mit der Arbeit am Boden. Während dieser besonderen Zeit, die wir im Moment durchmachen, wird Taijiquan nur draussen geübt. Wir sind also immer auf zwei Beinen. Es gibt Entspannungsübungen, die man daher nicht machen kann, und das vermisse ich dann beim Training.

Beim Aufwärmen mag ich die Abwechslung. Und manchmal überrasche ich mich selbst... Mein Körper bewegt sich, und ich frage mich, woher das kommt!

Die Grundbestandteile des Aufwärmens sind:

Die Atmung: zum Beispiel die Atmung in den 3 Kammern. Die Aufmerksamkeit entwickeln für das "Wo?" und das "Wie?". Das gebe ich weiter, obwohl ich nicht weiss, was das Beste ist ..., weil es individuell und zeitlich unterschiedlich ist ....

Was auch immer Du tust, in erster Linie geht es darum, bewusst zu sein und präsent zu sein, also zuzuhören. Wenn man sich damit verbindet, folgt man nicht den Regeln, sondern der Energie des Augenblicks!

Die Einhaltung der Grundprinzipien ist:

- Präsent sein, Hier sein, ...

- Wie stehst Du in deiner Mitte?

- Wie ist deine Achse?

Mit den Händen und Füssen arbeiten und dabei die Beziehung zwischen beiden spüren. Das bringt das Gefühl für die Verwurzelung und ihre Verbindung mit der Erde.

Teile von Bewegungsabläufen einbringen, Gelenke/Körper öffnen und schliessen. Selbstmassage und Bewegung integrieren durch Schütteln und Drehen der Körperteile.

Das Aufwärmen ist umso wichtiger, weil die Menschen ihren Körper zu wenig wahrnehmen. Zu oft wollen sie Regeln befolgen, was sie daran hindert, sich in ihren Körper zu vertiefen. Es ist sehr selten, Menschen zu begegnen, die ihren Körper einfach bewegen lassen können, ohne dass der Verstand eingreift.

Sich aus der Mitte und nicht aus den Schultern (oder dem Oberkörper) heraus bewegen zu lassen, ist ein weiteres Prinzip.

Es gibt unendlich viele Variationen rundum eine Bewegung. Die Wiederholung von Bewegungen kann ebenso gefährlich wie interessant sein. Alles, was nicht verändert werden kann, wird tot. Es ist eine heikle Balance zwischen Wiederholung und Variation!

Was mich interessiert, ist die Form zu brechen, um sie wiederzufinden!

Diszipliniertheit beim Lernen ist äusserst wichtig, aber auch Kreativität ist wichtig. Die Wissenschaft von Yin & Yang fordert uns auf, beides zu entwickeln: Strenge / Lernen und Kreativität.

Die Bewegungen und Übungen, welche die Menschen geniessen, sind nicht unbedingt das, was sie für ihr Wohlbefinden brauchen. Wir sollten dorthin gehen, wo wir nicht gerne hingehen, natürlich unter Beachtung des Gleichgewichts und ohne masochistisch zu werden.

Eine der Hauptbewegungen in den Aufwärmübungen, die ich vorschlage, ist die Lockerung der Lendenwirbel, des Kreuzbeins: das ist die allererste Spirale des Taijiquan.

Die Aufmerksamkeit und die Präsenz bleiben auf der Ebene des Dammes, den man vorwärts oder rückwärts bewegt. Vom Damm aus schwingt die Bewegung nach oben in die Wirbelsäule: wir zünden den Heizungskessel an (1. Chakra).

Drehbewegungen werden in allen Gelenken des Körpers ausgeführt (zum Beispiel im Nacken, in den Schultern, im Kiefer).

Das Stimmen des Instruments erfolgt zunächst nur grob, dann geht es immer feiner weiter. Indem wir uns auf die Gewichtsverlagerung einlassen, beginnen wir bereits zu spielen (1. Teil) und das Üben wird subtiler. Das Hören auf das Gewicht, das Hören auf die Struktur kann auf viele verschiedene Arten erfolgen. Wenn man auf das Gewicht und die Struktur hört, verankert sich der Oberkörper auf den Unterkörper.

Ich sehe Menschen, die sich sammeln müssen, und andere, die sich weiten müssen. Ich unterstütze sie in dieser Bewegung, indem ich beide Seiten anbiete!

Was ich an indischer Musik mag, ist die Tradition und die Tiefe dieser Kunst. Es geht hier nicht um das Gutwerden! Das Gleiche gilt für das Taiji; es ist eine Reise, die man jeden Moment geniessen kann.

Ich sehe zwei Möglichkeiten, sich zu bewegen:

- wir bewegen die Energie;

- es ist die Energie, die mich in einer Form bewegt, die eine grosse Strenge hat;

...und das grosse Taijiquan wird sehr diskret und bescheiden. Indem man vom Kopf in sein Zentrum (das Dantian) hinabsteigt, ist es weniger die Persönlichkeit, die sich bewegt, sondern der Körper.

"Nichts werden - niemand werden" führt dazu, dass ich mich in den Dienst dieses fragilen Gleichgewichts stelle und nicht das Gleichgewicht reguliere!

Daher meine Bewunderung für den Taijiquan-Grossmeister Chen Xiaowang, der im Dienste des Taijiquan steht und der sich nicht wie der König des Taijiquan bewegt!

Renata: Ich danke Cate, dass sie mir einen Moment in aller Einfachheit gewährt hat, um uns einige Worte über ihrer Art des "Stimmens" mitzugeben.