Buchbesprechung: Barbara Lee-Gehring

2019 chen mastersDas Buch Taijiquan Masters and Methods von Davidine Siaw Voon Sim und David Gaffney ist unglaublich vielschichtig und inspirierend.

Die Autoren praktizieren selber schon jahrzehntelang Chen Taiji und hatten das grosse Glück verschiedene Meister direkt kennenzulernen und mit ihnen zu trainieren, respektive mit ihnen Interviews über Taiji und ihren Trainigsmethoden zu machen.

Es kommen in diesem Buch acht verschiedene Taijimeister der älteren Generation zu Wort. Sie alle stehen noch mit einem Fuss in der früheren Zeit, bevor Taiji den grossen Massen zugänglich wurde und bevor Taijimeister Berühmtheiten waren: Chen Xiaoxing, Wang Xian, Feng Zhiqiang, Chen Xiaowang, Chen Zhenglei, Chen Yu, Zhu Tiancai sowie Yu Gongbao.

Sie beantworten Fragen zum Thema was für sie Taiji bedeutet, was es kann, wie es in der chinesischen Kultur eingebettet ist, wie man es am besten trainieren soll (..üben üben üben Basis Basis Basis..) und es werden auch unterschiedliche technische Aspekte des Taijis diskutiert. Die Informationen, welche in diesem Buch gesammelt und wiedergegeben werden, sind sehr wertvoll, sie zeigen den richtigen Weg auf, den man im Taiji gehen sollte. Wir können von den Fehlern und Umwegen, welche die Meister selber gemacht haben lernen und von ihrem Wissen, für das sie jahrelang gearbeitet haben provitieren und mit weniger Umwegen unseren Level erhöhen. Ein Ende gibt es auf diesem Weg nicht. Es ist der Prozess der Kultivierung von Körper und Geist, an dem wir als Menschen die Taiji praktizieren wachsen können.

Wie Taiji individuell ausgedrückt, interpretiert oder umgesetzt wird, ist von Meister zu Meister, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Genauso beleuchten die Meister auch mit ihren unterschiedlichen Betrachtungsweisen die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln.

Der rote Faden im Buch ist jedoch immer derselbe: Es geht um das Prinzip und zwar um das korrekte Prinzip, welches im Taiji sehr klar definiert ist und dass jemand, der ernsthaft an Gongfu interessiert ist, sehr viel üben muss, um dies zu erreichen.

Im Vorwort des Buches steht geschrieben, dass Meister und Schüler früher über Jahre zusammengelebt haben und das Wissen so auf den Adepten transformiert wurde. Heutzutage kann niemand mehr so viel Zeit direkt mit dem Lehrer verbringen.

Die moderne Welt hat aber auch Vorteile. Es wäre früher unmöglich gewesen so viel Wissen und Erfahrungsschatz zusammengefasst serviert zu bekommen wie in diesem Buch, und das sollten wir als Übende nutzen.
Es ist unglaublich spannend, die Ansichten und Methoden der Meister zu lesen und davon zu lernen.

Für Jemanden , der den Taijiweg geht ist es sehr wichtig, dass die Taijitheorie verstanden wird. Ein Buch alleine genügt jedoch nicht. Vielmehr brauchen wir gute Lehrer oder Meister, die selber mehr als wir selbst geübt haben und den Weg schon kennen und uns direkt korrigieren und anleiten, damit wir die Prinzipien richtig umsetzen.

Es versteht sich von selbst dass wir um Gongfu zu haben, zudem bitter Essen müssen (viel trainieren müssen), da sind sich die Meister alle einig und mit diesem Zitat von Chen Xiaoxing, wird auch das Buch eröffnet: „Dein grösster Gegner bist du selbst“.

2019 yingjun

Von Anita Wetzel

1. Chen YingJun hat auf seinem persönlichen Taijiquan-Weg einen gewaltigen Sprung vorwärts gemacht. Das bedeutet für die Schüler, dass die bis anhin schon sehr guten Korrekturen noch besser sind.

2. Die Korrekturen, die Meister Chen YingJun macht, sind für den Schüler nachvollziehbar. Er nimmt den Schüler aus der Position heraus, setzt ihn neu hinein, sodass der Schüler den Weg zur richtigen Endposition nachspüren kann. Ausserdem holt er bei den Korrekturen den Schüler auf seinem aktuellen Niveau ab. Chen YingJun betont, dass die Korrektur nicht die perfekte Position oder Technik abbildet, sondern vielmehr auf das abgestimmt ist, was für den Schüler möglich ist. Genau, was den Übenden weiterbringt, meine ich.

3. Chen YingJun, der seit diesem Jahr zum ersten Mal von sich sagt, dass er nun ein Meister ist, ist ein sehr umgänglicher, lustiger Zeitgenosse, der Interesse an den Schülern hat. Dies zeigt sich darin, dass er die ‘Probleme’ des Schülers bis zu einem zweiten oder dritten Trainingsbesuch häufig bereits überdacht hat und die Korrekturen entsprechend anpasst.

4. Dank dessen, dass Chen YingJun fliessend Englisch spricht, ist eine Kommunikation mit ihm deutlich einfacher als mit anderen Meistern.

5. Chen YingJun bietet mit der Laojia Erlu und dem Speer Training als einziger Meister in der Schweiz ein Training in diesen Fortgeschrittenen-Disziplinen an.

Und wer nun noch ein paar persönliche ausführlichere Worte zum Schweizer Workshop vom 14.09.-23.09.2019 lesen möchte, der kann sich in der Folge ein Bild machen.

Mein erster Eindruck, als ich in Münchenbuchsee die Turnhalle betrat und Chen YingJun sah, war: ‘Wow! YingJun hat sich verändert. Stark, kompakt, irgendwie gesetzter.’
Dieser Eindruck sollte sich bald bestätigen. Jeder, der schon häufiger mit Chen YingJun trainiert hat, konnte erkennen, welchen gewaltigen Schritt er in seinem eigenen Prozess vorwärtsgegangen ist und welchen Schritt er derzeit im Begriff ist zu gehen. Seine Ausstrahlung, seine Präsenz – ganz anders als noch im vergangenen Jahr.
Das Training war aufgebaut wie immer: kurzes Aufwärmen, langes oder kurzes Standing, ganz nach Wunsch der Schüler, dann Form, Tui Shou oder Reeling Silk gemäss Programm. Korrekturen im Standing gab es ab 40-minütigem Stehen. Nach der ersten Korrektur war für diejenigen, die mehrere Trainings besuchten, klar, dass sie, sofern sie die Wahl zwischen kurzem oder langem Standing hatten, immer das lange wählten, damit sie in den Genuss einer Korrektur kamen. Chen YingJuns Training lebt von diesen individuellen Korrekturen. Natürlich bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich in einer Position oder einem Bewegungsablauf verbessern lassen will oder eben nicht. Aber auch hier zeigte sich, dass Chen YingJun sehr wohl darauf achtet, dass jeder mal drankommt. Häufig ist es ja so, dass sich besonders Anfänger nicht getrauen vorzutreten, um vor den anderen zuschauenden Schülern eine Technik oder eine Position korrigieren zu lassen. Ihnen sei hier gesagt, dass jeder irgendwann einmal angefangen hat und bestenfalls auf seinem Weg etwas weiter vorgedrungen ist. Übende sind wir alle.
Klar, die einen finden es interessant, wie Chen YingJun korrigiert. Sie schauen sich für Ihre Arbeit als Lehrer oder für sich selbst einiges ab. Andere hingegen würden gerne vielleicht ein weiteres Mal eine Form laufen und sind gelangweilt. Das allerdings ist ihnen selber zuzuschreiben, denn man könnte ja auch einige Sequenzen für sich trainieren und dann mit einer Frage oder einem Korrekturwunsch vortreten.
Was auffällt ist auch, dass Chen YingJun bewusster auf allgemeine Fragen zu Yin & Yang, zum Taijiquan als komplette Kampfkunst, zu besonderen Aspekten wie der Gesundheit oder der Wichtigkeit von Fuss- oder Hüftstellung eingeht. Und das sind hier nur einige wenige Beispiele. Besonders in Erinnerung bleibt mir der Satz, dass auch das Kämpfen gut für die Gesundheit sei. Da muss man nicht lange drüber nachdenken, um das zu begreifen.

Was hat mir nicht gefallen? Da muss ich länger überlegen. Habe ich tatsächlich die brennenden Oberschenkel vermisst? Oder das ständige Wiederholen? Nein, eher nicht. Und was habe ich sonst gehört, was sich einige wünschten: Schön wäre, trotz daraus resultierender brennenden Oberschenkel, eine Korrektur während des Übens einer Form oder der Seidenübungen.
Aber sind wir ehrlich, jeder Meister hat seinen Stil zu unterrichten, ob es uns passt oder nicht. Bei jedem kann man für sich etwas mitnehmen. Bei Chen YingJun dank der Korrekturen besonders viel, wie ich meine. Und genau das sollte die Taiji-Übenden in seine Workshops treiben. Obwohl ich aus rein egoistischen Motiven sagen muss: Bitte nicht zu Hunderten, sonst bekomme ich nicht mehr genug seiner Korrekturen, die ich brauche.

neuchatel austauschtreffen

Wir freuen uns über den Besuch von Master Chen Yingjun in

Olten – Neuenburg - Zürich

Benutze die Gelegenheit, mit einem der grössten Taiji-Meister der Gegenwart zu trainieren. Seine fröhliche Art, seine tollen Korrekturen und sein grosses Können wirken motivierend und inspirierend!

neuchatel austauschtreffen

10. März 2019 in Neuchâtel

Zum 2. CWTACH Trainings- und Austauschtreffen lädt der Verband CHEN XIAOWANG WORLD TAIJIQUAN ASSOCIATION SWITZERLAND alle Taiji-Interessierten an den Neuenburgersee ein. Dieser Tag bietet die Möglichkeit, unter der fachkundigen Leitung durch GM Chen Xiaowang zertifizierten LehrerInnen intensiv Chen Taijiquan zu trainieren, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Fragen zu stellen und Korrekturen zu erhalten.

Die Fortbildung richtet sich an alle Interessierten mit oder ohne Chen Taijiquan-Erfahrung.

Wir freuen uns auf ein gegenseitig bereicherndes Treffen!

Anmelden kannst du dich hier.

PDF zum Herunterladen2 CWTACH Trainings und Austauschtreffen 1 2 CWTACH Trainings und Austauschtreffen 2

laojia einfuehrung

Am 27. und 28. Oktober führt der CWTACH Verband das erste Mal einen Einführungsworkshop der Laojia Form durch. Dieser ist für Anfänger sowie Übende, welche mit den Basisübungen vertraut, sind eine hervorragende Gelegenheit die Langform des Chen Taiji Stiles kennen zu lernen.

Er findet in den Bündner Bergen in Tschiertschen, 15 min von Chur entfernt, statt. Wir werden schrittweise Figur für Figur üben und wiederholen. Die einzelnen Figuren werden vorgezeigt und dann zusammen mehrmals wiederholt. Zwischendurch werden Fragen beantwortet und Korrekturen vorgenommen. Am Abend gibt es noch ein gemütliches Beisammensein bei einem Fondue.

Im Anhang findest du den Flyer des Workshops. Wir würden uns freuen auch dich an diesem Anlass zu treffen. Anmelden kannst du dich Online auf unserer Webseite oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

2018 Flyer Laojia Tschiertschen 1 2018 Flyer Laojia Tschiertschen 2