Ankunft in Dao, am 16. Oktober 2020
Als ich in der Strasse, wo die DAO-Vereinigung ihren Sitz hat, ankomme, sehe ich mehrere Gruppen von Kindern, die sich derselben Tür nähern. Es erweckt den Eindruck, als würden sie zum «Sanda»-Training gehen, was sich auch bewahrheitet!
Ich steige mit ihnen die drei Stockwerke zum Trainingsraum hinauf. Die Stimmung dort ist bereits sehr lebendig, aufgeregt und fröhlich. Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren bereiten etwas ungeduldig auf das Training vor. Mit so vielen Kindern habe ich wirklich nicht gerechnet! Ich bin erstaunt und beeindruckt zugleich.
Was erwarten sie hier? Was finden sie in der Ausbildung? Und wie kommen sie heraus, wenn sie in ihr Leben mit Familie und Kollegen zurückzukehren?
In den folgenden Interviews werde ich sogleich Antworten auf meine Fragen erhalten.
Donato heisst mich herzlich willkommen und stellt mich den Kindern vor. Ich freue mich, hier zu sein!
Vielen Dank, dass ich die in der DAO-Vereinigung praktizierenden Kinder interviewen und die Gespräche im Newsletter der CWTACH-Vereinigung (Chen Xiaowang Welt Taiji Quan Verein Schweiz - www.cwtach.ch ) veröffentlichen darf.

Interview DAO 2020 01

16 :50 -17 :15
Lisa: (übersetzt von Roberta)
Mein Name ist Lisa und ich bin 14 Jahre alt. Ich begann, zu Daos Haus zu kommen, als ich noch sehr klein war. Wenn ich mich nicht irre, war ich 5 Jahre alt. Ich trainiere also seit 9 Jahren hier.
Seit 2 Jahren bilde ich mit Donato die Kleinen aus. Und ich übe auch den Chen-Stil Tai Ji Quan mit dem Schwert.
Rm: Was eine schöne Form ist!
Ahh ja, grossartig.
Rm: Als Du anfingst, also vor 9 Jahren, was wurde Dir da beigebracht? War es Tai Ji Quan?
Ja, es war Tai Ji Quan, Verteidigung und all das. Nach zwei Jahren begannen wir, eine Form zu lernen.
Rm: Welche Art von Ausbildung machst Du jetzt?
Ich beginne heute nach einer Pause wieder mit dem Training. Ich hatte einen ziemlich schweren Unfall und kam erst nach einer Rekonvaleszenz-Zeit zum Training zurück. Ich habe mich dann erneut verletzt, und jetzt habe ich gerade eine zweite kurze Pause eingelegt.
Rm: Wie hast Du Dich denn verletzt?
Während des Wettbewerbs habe ich mich am Rücken verletzt. Mein Fuss wurde angehoben, und plötzlich fiel ich auf mein Steissbein. Es breitete sich über meinen ganzen Rücken aus, und ich konnte meine Arme und Beine nicht bewegen. Ich war 24 Stunden lang im Krankenhaus. Plötzlich war ich in einem Zustand, als wäre ich ein kleines Baby. Erst nach und nach habe ich das Laufen gelernt. All dies löste Ängste aus, und deshalb sagte ich mir, dass eine sanfte Wiederaufnahme des Trainings mir gut tun könnte. Ein zweiter Unfall ereignete sich während eines nationalen «Sanda»-Wettkampfes (leichter Kontakt); dabei wurde ich auf die Rippe getroffen und meine Leber wurde verletzt. Da sagte ich mir: «Stopp, ich kann meine Eltern nicht so erschrecken».

Rm: Hast Du eine spezielle Leidenschaft?
Morgens gehe ich gerne laufen und tobe ich dabei auch aus.
Rm: Als Du 5 Jahre alt warst, was hat Dich hierher, in das DAO gebracht?
Damals, als ich 5 Jahre alt war, war ich etwas übergewichtig und alle haben mich kritisiert. Ich fühlte mich schlecht, und ich hatte zu dieser Zeit kein Sozialleben. Deshalb sagte ich mir, dass ich einen Sport beginnen könnte, in welchem ich mich gestärkt in meinem Energiefeldbei wiederfinden würde. Zur gleichen Zeit zogen wir um, und ich traf Pascale (Mitglied und Leiterin des DAO-Sekretariats). Sie schlug mir vor, zum DAO zu kommen. Zuerst kam ich mit meinem Bruder hierher, dem es überhaupt nicht gefiel, im Gegensatz zu mir: ich liebte es! Und so habe ich auch angefangen, abzunehmen. Ich habe nun viel mehr Selbstvertrauen, und werde von den anderen auch nicht mehr so kritisiert. Oder sie geht an mir vorbei. Dass ich mich an einem Box-Sack austoben konnte, hat mir geholfen, Selbstvertrauen zu gewinnen.
Wenn man klein ist, kann man nicht verstehen, warum man kritisiert wird. Im Laufe der Jahre ist mir klar geworden, dass die meisten Menschen das durchmachen.
Was ich den Lesern sagen möchte: Es ist wichtig zu wissen, wie man in seiner …. ist, wie man allein sein kann, denn man kann jederzeit von Menschen, die einem nahe stehen, verlassen werden.
Rm: Wusstest Du, warum die Kinder Dich kritisiert haben?
Ich ging oft weinend nach Hause, weil andere sich über mich lustig machten. Irgendwann sagten mir meine Eltern, dass ich wirklich übergewichtig sei. Wir dachten, dass Sport, Bewegung, etwas Gutes bewirken könnte. Ich habe mit Leichtathletik und Skifahren begonnen. Aber es war schließlich Tai Qi Quan, das mir die Augen geöffnet hat.
Rm: Was trainierst Du im Moment?
Ich komme jeden Freitag. Nach dem Unterricht der Kleinen übe ich noch 10 Minuten lang die Schwertform mit Donato. Wissen Sie, ich lerne ziemlich schnell! Ich habe ein gutes Gedächtnis.
Rm: Ich glaube Dir! Sicher auch ein bisschen besser als ich (...lacht...)
Was gefällt Dir besonders, wenn Du die Schwertform üben?
Ich fühle mich frei, ausgeruht. Wenn ich die Form ausführe, denke ich nicht an Probleme wie Schule, Hausaufgaben und so weiter. Und da entspanne ich mich; es ist wie in einem Whirlpool, wenn ich das so sagen darf! Es entspannt.
Rm: Wie bereitest Du Dich auf die Ausbildung der Kleinen vor?
Nun, es ist eine Gewohnheit. Ich bin selbst von vielen Leuten ausgebildet worden. Damit habe ich alles gelernt, was ich mochte und nicht mochte und was das Beste für uns Kinder sein könnte. Deshalb versuche ich jetzt, das zu geben, was ich kann um sie so auszubilden.
Rm: Könntest Du uns zwei - drei konkrete Beispiele dafür nennen, was Dir gefallen hat?
Hmmm... es ist seltsam, das zu sagen, aber jemanden zu schlagen, auch wenn es nicht im "Vollkontakt" ist, das Springseil hat mir immer gefallen und schnelle Bewegungen.
Im Moment bringe ich den Kleinen bei, wie sie sich verteidigen können. So gibt es zum Beispiel für Mädchen, wenn sie auf die Strasse geschubst werden, konkrete Techniken zur Selbstverteidigung. Aber mit den Kleinen machen wir noch keine Schläge und Tritte. Es entwickelt sich nach und nach!
«Sanda» ist eher eine Disziplin für die älteren Kinder.
Rm: Als Du jünger warst oder auch jetzt noch, gab es da etwas, das Dir im Training nicht gefallen oder nicht allzu sehr gefallen hat?
(Schweigen...denkt nach) ... hmmm... nein, es gibt nichts mehr.
Rm: Das ist sehr gut! Wir werden nicht weiter suchen...(lacht)
Aahh.... Manchmal, wenn wir nicht diszipliniert genug sind, lässt Donato uns den Baum machen. Das ist eine wirklich seltsame Position: Wir müssen ein paar Minuten lang in dieser Position bleiben und dann haben wir auch genug.
Rm: Und wenn Du Dich jetzt in die Baumposition versetzen, ist es für Dich anders?
Ah, jetzt habe ich es wieder nicht getan.
Rm: Was war für Dich die grösste Herausforderung, als Du klein warst, und was ist für Dich jetzt die grösste Herausforderung beim Unterrichten?
Im Moment ist meine grösste Herausforderung so zu unterrichten, dass die Teilnehmenden damit glücklich sind. Und was mich betrifft, ist es die Wiederaufnahme des Tai Ji Quan, also mein eigenes Training. Und vielleicht auch allmählich den Wettkampf wieder aufzunehmen
Meine vorherige Herausforderung war es, Schweizer Meisterin zu werden, und das ist mir gelungen.
Rm: Bravo! Herzlichen Glückwunsch!
2018 war ein grossartiges Jahr. Ich habe hart trainiert und es ist mir gelungen!
Rm: Hattest Du irgendwelche Strategien zur Bewältigung Deiner Herausforderungen, irgendwelche Schwierigkeiten?
Im Training muss man immer zuhören, damit man keine kleinen Details verpasst. Ich habe trainiert, wann immer ich konnte. Mein Vater und ich gingen immer laufen, und sonntags auch Ski fahren. Wenn man Aktivitäten mit den Eltern durchführen kann, hilft das. Ja, eine Herausforderung bestand auch darin, meine Muskeln zu kräftigen, meinen Körper zu stärken, damit ich immer stabil bleibe. Wenn man also gestossen wird, muss man in der Lage sein, stabil zu halten und sich nicht zu verletzen. Das ist es!
Rm: Möchtest Du den Lesern und Leserinnen noch etwas sagen?
Ja, man darf sich im Leben nie fallen lassen, sich nie aufgeben. Wir haben nur ein Leben, und müssen immer weiterziehen. Wenn wir zum Beispiel hinfallen, müssen wir wieder aufstehen. Und wenn wir einen anderen Weg einschlagen müssen, dann ändern wir ihn, lassen uns aber nie unterkriegen! Was auch immer passiert, wir müssen aufstehen und weitergehen!
Rm: Vielen Dank, Lisa, für dieses Gespräch und Deine sehr persönlichen Worte!

Interview DAO 2020 02

17 :20-17 :40
Adrian : (Original auf Deutsch)
Ich heisse Adrian und bin 14 Jahre alt. Ja, genau wie Lisa.
Rm: seit wann kommst du ins DAO in das Training?
Seit 2 Jahren glaube ich oder vielleicht schon 3 Jahre. Einfach noch nicht mega lang.
Rm: Wie kamst Du dazu vor 2-3 Jahren ins DAO zum Training zu kommen?
Ich machte damals noch keinen Sport. Das heisst ich ging ins Handball Training, doch dieses habe ich sehr schnell beendet, weil es mir dort nicht gut ging. Ich habe mich mehrere Male verletzt und die anderen Kinder waren nicht sehr korrekt mit mir. Deswegen hatte ich auch nicht Freude an dieser Aktivität. In diesem Gruppensport motzen immer wieder alle, was nicht einfach ist.
Rm: was machst du am Liebsten in deinem Leben?
Hmmm…das ist eine schwierige Frage. Ich habe alles, was zum Thema Autos ist, sehr gern. Damit kann ich mich stundenlang beschäftigen!
Rm: dann möchtest du später einmal Automechaniker werden?
Das ist meine 2. Berufsoption. Die 1. Option ist Anwalt, doch dafür muss ich ein Studium machen.

Rm: In welcher Gruppe trainierst Du hier im DAO?
Am Freitag bin ich in der 3. Gruppe von 19:00-20:00. Da trainieren Jugendliche ab 14 Jahren Sanda. Am Montag komme ich hier ins Kraft- und Ausdauer Training / Fitness. Am Mittwoch mache ich noch einmal ein Sanda Training und am Samstagmorgen praktizieren wir Tai Ji Quan.
Im Tai Ji Quan machen wir die Form, Übungen rund um das Thema Tai Ji Quan und die Schwertform.
Ich komme 4x in der Woche in DAO.
Rm: trainiert ihr auch Tueshou?
Nein, weniger.
Rm: Im Sanda (leicht Kontakt) Training seid ihr da immer zu zweit?
Das kommt darauf an. Meistens wärmen wir uns alleine auf, dann gehen in Zweiergruppen an die «Säcke» und manchmal machen wir auch ein bisschen «sparring». «Sparring» ist ein besonderes Training für die, die sich für die Wettkämpfe vorbereiten. Sie müssen ganz schnell und oft den Kampfpartner wechseln und dadurch haben sie keine Zeit, um sich zu erholen.
Und trainieren wir mit den Schlagsäcken. Das macht Spass und das ist die Hauptsache!
Im Moment mache ich noch keine Wettkämpfe. Dies möchte ich aber gerne später einmal machen. Ich bin einfach noch nicht auf einem Niveau, welches mir den Wettkampf erlaubt. Da ich für mein Alter sehr gross bin, bin ich für meine Altersklasse zu schwer und müsst mit den Erwachsenen kämpfen und das will ich mir noch nicht antun! Eine Kategorie «über 65 kg» gibt es bei den Kindern nicht.
Rm: was magst Du am Liebsten im Sanda Training?
Sparring mache ich am liebsten, weil ich da frei gegen jemanden kämpfen kann.
Rm: und im Tai Ji Quan?
Das sind Anwendungen von Teilen der Form. Wir machen die kleine Form, dann zeigt uns Donato einen Teil davon mit dem Grund, warum diese so gemacht wird. Dann praktizieren wir mehrere Male diesen Ausschnitt. Das gefällt mir mega!
Ich mache Tai Ji Quan jetzt seit einem halben Jahr und daher habe ich noch nicht viel Erfahrung. Dieser Teil der Anwendungen machen wir im Moment vorwiegend alleine.
Rm: du kommst 4x pro Woche ins Training. Hast Du noch genügend Zeit, um die Hausaufgaben zu machen?
Wenn ich Hausaufgaben machen, ist dies vor allem am Mittwoch und am Freitag. Am Montag ist der stressigste Tag. Am Morgen fängt die Schule um 7:20 an. Das Mittagessen nehme ich zu Hause ein. Dann habe ich nachmittags wieder Schule bis um 17:10 und dann ist schon Zeit für das Training. Danach gehe ich zu meinen Grosseltern zum Nachtessen und gehe dann direkt wieder nach Hause. Dies ist ein voller Tag!
Rm: Was motiviert Dich zu kommen und dies so intensiv?
Es tut mir gut nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Es macht mir Spass hierher zu kommen!
Rm: woran denkst Du wenn Du psychisch sagst?
Ach…der Alltagsstress! Im Sanda kann ich Sport machen, mich austoben und werde damit ruhiger. Das tut super gut!
Rm: Gibt es etwas, was Du in den verschiedenen Trainings nicht gerne machst?
Im Sanda mag ich das «shadow boxing» nicht. Man boxt alleine während 5-10 Minuten (oder länger) einfach in der Luft herum, so wie angeleitet wird. Das mag ich weniger, weil es nicht sehr spannend ist. Es ist aber auch kein Weltuntergang! Dieser Teil des Trainings kann ich nicht beeinflussen. Es gehört einfach zum Trainingsplan.
Im Tai Ji Quan Training am Samstag mache ich das «standing» (stehende Säule/der Baum…) nicht gerne. Da steht man einfach während ca. 10 Minuten herum und es ist schwierig konzentriert zu bleiben und nichts zu machen. Da ich eher ein «Zappelphilip» bin muss ich mich immer bewegen. Aus diesem Grund ist das für mich eine grosse Herausforderung. Doch ich mache es trotzdem! Schlussendlich merke ich, dass es mir auch guttut. Doch der Anfang ist schwierig.
Donato sagt uns, dass er mit uns sehr gnädig ist. Das «standing» in China dauert auch schon für die Kinder eine Stunde!
Rm: Hast Du irgendeine Strategie entwickelt, um das «standing» zu machen?
Meine Strategie: ich versuche einfach ruhig zu bleiben und an ein Thema zu denken, welches ich gerne habe, z. Bsp. Autos. Dadurch denke ich dann weniger an die Zeit und den Körper. Ich lasse meinen Geist frei herumstreifen.
Rm: Weiss Donato, dass Du diese Strategie im «standing» entwickelt hast?
Nein.
Rm: könnte dies eventuell eine interessante Frage sein, zu wissen, was er dazu meint oder nicht?
Es ist immer interessant zu wissen, was die anderen denken. Doch da macht es halt einfach jeder auf seine Art. Da bleibe ich einfach ein bisschen allgemein und jeder soll machen, was er will und so gut er kann.
Rm: Bevor Du hier ins Training kamst, hattest Du sonst noch Schwierigkeiten mit Dir und / oder den andern? Wenn ja, konntest Du Veränderungen erkennen?
Ja, zum Beispiel hat sich meine Selbstkontrolle sehr gebessert. Dann machte ich zu Beginn hier im Training eine «doofe» Bewegung oder zu schnell. Und wenn dann in diesem Moment jemand hinter mir steht, hatte er dann schon einen blauen Fleck. Dies passiert jetzt eigentlich nicht mehr so.
Zudem hatte ich Schwierigkeiten Emotionen, hauptsächlich Wut und Traurigkeit, zu kontrollieren. Diese sprudelten einfach ungefiltert aus mir heraus. Doch auch diesbezüglich hat mir das Training sehr geholfen. Ich merke auch, dass meine Motivation nicht nachzulassen, beständig, ausdauernd und hartnäckig zu sein im Training hilft mir sehr. Dies konnte ich auch sehr verbessern und ich habe grosse Fortschritte gemacht.
Rm: wenn Du von Emotionen wie Wut sprichst, was ja an sich keine schlechte Emotion ist, weisst Du warum Du wütend wurdest oder warst?
Als ich in der 5./6. Klasse war ich emotionell sehr schwach. Mit schwach meine ich die Schnelligkeit, mit welcher ich meine Emotionen ausdrückte. Und dazu brauchte es nicht viel Reiz, damit diese hochkamen. Da hat mir das Training auch sehr geholfen mich zu verbessern.
Sei es Wut oder Traurigkeit: beide Emotionen wurden bei mir sehr schnell ausgelöst.

Rm: Nun habe ich sehr viel Fragen gestellt. Möchtest Du noch irgendetwas sagen?
…hmmm…ich überlege!...
Ein Grund, warum ich ins Training komme, ist das Verständnis der Trainer. Als ich Anfänger war, machte ich viele Fehler und trotzdem zeigten sie grosses Verständnis für mich.
Vor langer Zeit habe ich während einem halben Jahr Kungfu trainiert, doch dort hatten sie kein Verständnis für Anfänger. Das ist hier um einiges besser.
Fehler gehören dazu, alle machen Fehler! Ja und vielleicht kann man etwas perfekt. Doch viele andere Sachen nicht. Eigentlich hört man nie auf zu lernen.
Rm: Möchtest Du den CWTCH Newsletter LeserInnen sonst noch irgendetwas mitteilen?
Falls jemand Tai Ji Quan trainieren möchte, sollten sie vorerst mal beginnen und keine Vorurteile haben. Ein paar Kollegen aus meiner Klasse hatten diesem Sport gegenüber starke Vorurteile. Ich durfte dann in der Schule eine Doppellektion unterrichten. Ich zeigte ihnen wie ich trainiere und danach änderten sie dann ihre Meinung.
Allgemein möchte ich sagen: wenn Du eine solche Disziplin praktizierst, bleib dran und gib dein Bestes!
Rm: vielen Dank, Adrian, für dieses persönliche Gespräch und Deine Offenheit!

Interview DAO 2020 03

18 :10-18 :15
Kenay : (übersetzt von Roberta)
Mein Name ist Kenay, ich bin 9 ½ Jahre alt und werde in ein paar Tagen 10 Jahre.
Rm: Was machst Du am liebsten in Deinem Leben?
Spielen! Verstecken spielen mit meinen Freunden aus der Nachbarschaft. Sie sprechen Deutsch, aber es läuft trotzdem gut. Ich selbst spreche Französisch.
Rm: Und ja, Biel ist eine zweisprachige Stadt. Das ist eine grosse Bereicherung.
Donato, der während des Interviews ebenfalls im Raum ist, teilt mir mit, dass ich mich mit dem Interview beeilen muss, weil Kenay nur auf eines wartet: zurück zum Training gehen zu können, das gleichzeitig zum Interview stattfindet.
Rm: Wann bist Du zum ersten Mal ins DAO gekommen?
Vor vier Jahren, weil ich lernen wollte, wie man sich mit Sanda verteidigt. Es gab einige Leute, die mich in der Schule sehr ärgerten.
Seit ich mit dem Training begonnen habe, stören sie mich nicht mehr!
Rm: Was gefällt Dir im Training am meisten?
Auf den Box-Sack schlagen.
Rm: Gibt es etwas, was Dir im Training nicht gefällt?
Nein, ich mag alles!
Rm: Gibt es Dinge, die sich verändert haben, seit Du ins Training kommst? Zum Beispiel Dein Körper, Deine mentale Kraft oder Deine Gedanken?
Ich schlage härter zu! Und ich bin viel disziplinierter.
Rm: Möchtest Du den Lesern des Newsletters noch etwas sagen?
Nein!
Rm: Vielen Dank, Kenay, dass du Dich so spontan bereit erklärt hast, ein Interview zu geben und damit auf einen Teil des Trainings verzichtet hast.
Donato: Bravo Kenay! Na bitte, Du hast gerade Dein erstes Interview gegeben, und Du hast es sehr gut gemacht; mit geradem Rücken und ruhig! Das freut mich sehr.
(Donato zu Rm): Kenay leitet manchmal die Meditation, weil er es so gut kann! Ich bitte ihn dann jeweils, sich vor die Gruppe zu setzen...