Beitrag von Anita Wetzel
Meister Chen Yingjun (in der Folge Yingjun) unterrichtete nach drei Jahren wieder in der Schweiz und das Interesse war gross. Auf dem Programm standen Basics, 19er Kurzform, 38er Form, Push Hands und selbstverständlich Laojia Yilu. Taiji-Enthusiasten aus Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz nutzten die Chance, sich während Privatstunden und im Gruppenunterricht einige Korrekturen abzuholen. Die Trainings waren so aufgebaut, dass immer ein Aufwärmen und ein kurzes Standing am Anfang standen. Für manche mag dieses «kurz» wohl eher normal oder sogar lang gedauert haben. Anschliessend konnten wir gemeinsam mit Yingjun üben. Es gab immer genügend Zeit für Fragen und Positionskorrekturen. Dabei zeigte sich, wie sehr Korrekturen im Standing gefragt waren. Auch Anwendungen waren immer von Interesse.
Was nehmen wir mit?
Yingjun betonte, dass diese Workshops nicht ausschliesslich zum Trainieren da sind. Vielmehr wolle er uns eine Idee mitgeben. Eine Idee, wie wir üben könnten, an was wir besonders arbeiten sollten und was uns Taijiquan überhaupt für einen Benefit bringen könnte.
Das zweite, was Yingjun uns vermittelte, war, dass wir Taijiquan unbedingt als Kampfkunst verstehen sollen, die, sofern wir regelmässig und ernsthaft üben, sowohl dem Kampf als auch der Gesundheit diene.
Und das dritte, das der Meister betonte, war, dass nur ein entspannter Geist zu einem entspannten Körper führe. Somit sei auch die Meditation, die wir in der Sitzmeditation des Chen Stils oder auch im Standing finden, von grosser Bedeutung, so Yingjun.
Das Training war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermassen interessant. Yingjuns Korrekturen waren jeweils dem Trainings- und Kenntnisstand des Teilnehmenden angepasst. So konnten alle profitieren.
Wir freuen uns, dass Yingjun zugesagt hat, wieder in der Schweiz zu unterrichten.