Aufwärmen vor der Taijiquan Praxis

04. Januar 2022

von Renata Mäusli www.taiji-neuch.ch 

Das Ankommen, sich zentrieren und verbinden nimmt einen wichtigen Teil ein in den Kursen, welche ich anbiete.
Wir beginnen sitzend oder liegend auf den Matten. Dies hängt vom Müdigkeitsgrad der TeilnehmerInnen ab.

Struktur
Sich Zeit nehmen seinen Körper aufzurichten, ihn gerade zu positionieren und vor allem den Nacken zu öffnen in dem der «Bahui» (GV#20) nach oben steigt, sind wesentliche Punkte.
-«Nasenspitze – Brustbein – Nabel befinden sich auf einer vertikalen Linie», wie auch
-«Ohren – Schultern – Hüfte» (links und rechts)
-«den Zentralkanal: Hirn – Wirbelsäule / Knochenmark – bis zur Steissbeinspitze verbinden», über die Vorstellung und später durch Spüren wird der Zentralkanal über die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit verbunden (spüren des Pulsierens wie auch des Fliessens der G-R-Flüssigkeit zwischen den Hirnhäuten bis ins Sakrum).

Atmung
Die Atmung lassen wir tiefer und tiefer werden bis in den unteren Bauch, welcher weit und entspannt wird.
Über die Atmung vergrössern wir unser Bewusstsein in den Raum um uns herum: vorne – hinten – linke Seite – rechte Seite – unterhalb des Körpers (Erde) – oberhalb des Körpers (Himmel). Dieser geöffnete Raum erspüren wir zum Abschluss als Einheit (Luft-, Energie-Blase rund um uns).
«Wuji» wird zu diesem Zeitpunkt je nach Inspiration mit Worten oder einfach durch die Stille erlebt und gelebt!


Gelenk Qi Gong
Den Übergang der Stille in die Bewegung mache ich oft mit einer Übung aus einer Serie aus den Gelenk Qi Gong Übungen.Bild1
Beide Daumen liegen je auf dem «Shenshu» (Blasenmeridian #23, s. Bild), links und rechts.
Mit einer Einatmung drücke ich die Punkte und lasse das Gewicht des Kopfes nach vorne sinken. Mit einer Ausatmung kommt der Kopf in die aufrechte Haltung und dabei nehme ich den Druck von den «Shenshu» weg.
Mit der Einatmung drücke ich wieder die «Shenshu» und lasse das Gewicht des Kopfes nach hinten sinken.
Mit der Ausatmung kommt der Kopf in die aufrechte Haltung und dabei nehme ich wiederum den Druck von den «Shenshu» weg. Dies wiederhole ich mehrere Male (6-12 x).
Wichtig: bei diesem Qi Gong ist es wichtig, dass der Nacken gelenkiger und weicher wird (Muskeln, Sehnen, Bänder, Halswirbel und Bandscheiben). Dies erreichen wir über die kontinuierliche Bewegung, die Vorstellung eines erweiterten Raumes im Hals, im Nacken, zwischen den Halswirbeln und den Bandscheiben).
Dieselbe Übung wird dann mit aufrechtem Kopf mit einer Drehung um die Achse nach links und rechts gemacht.
Mit einer Einatmung drücke ich die Punkte und lasse den Kopf nach links drehen (dabei lasse ich die Schultern sinken, ohne diese mitzudrehen).
Mit einer Ausatmung kommt der Kopf wieder nach vorne und dabei nehme ich den Druck von den «Shenshu» weg. Dasselbe nach rechts und wiederum 6-12x.
Als Shiatsu Therapeutin sind die Meridiane, der Energiefluss, die 5 Elemente, respektive 5 Transformationen wichtige Begriffe und die Arbeitsbasis.
Ich ziehe dabei Bilder, Farben und Funktionen der Meridiane und Organe mit ein. Die TeilnehmerInnen haben damit die Möglichkeit über diese Informationen und die nachfolgenden Dehnungsübungen ihren Körper, dessen Funktionen, die TCM/TJM (traditionelle chinesische Medizin/traditionelle japanische Medizin) kennenzulernen und ihre Selbstwirksamkeit zu vergrössern!
Oft integriere ich Selbstmassage Sequenzen, welche auf obengenannten Prinzipien basieren, sei dies auf Meridianebene, Diagnostikzonen und/oder Akupunkturpunkte.
Gerne möchte ich im folgenden Teil die Meridian-Dehnungs-Übungen vorstellen. Ich praktiziere diese seit über 25 Jahre und sie bewähren sich immer wieder in den verschiedensten Jahreszeiten, Lebensphasen und Situationen. Je nach dem biete ich alternativ Übungen an!

MAKKOHO – die 6 Meridian-Dehnungsübungen
(Bilder aus dem Buch « Meridian Dehnungsübungen» von Shizuto Masunaga)
Diese Übungen werden in der Reihenfolge der «Organuhr» gemacht. Jeder Meridian hat während den 24h je 2 Stunden, in welchem er aktiver ist und sich regeneriert. Man spricht von «Flutzeit». Wiederkehrendes nächtliches Aufwachen, Unruhe, Unwohlsein oder Müdigkeit zu einer bestimmten Zeit in den 24h, kann ein diagnostischer Hilfsmittel sein für eine Behandlung.
Ich empfehle Dir alle sechs Übungen als Gesamtablauf zu machen. Die Erd-Dehnung kann als einzige der sechs Dehnungsübungen praktiziert werden.


Atmung:
Du begibst Dich immer in eine Dehnung mit einer Ausatmung. Du kommst nach mehreren Atemzügen auch wieder mit einer Ausatmung aus der Dehnung raus.
Während der Dehnung atmest Du fliessend und tief in den unteren Bauch. Mit jeder Einatmung vergrösserst Du den Innenraum Deines Körpers, vor allem dort wo Du Spannungen und / oder Schmerzen spürst. Mit der Einatmung versorgst Du deinen Körper mit Sauerstoff, Neuem und Frischem. Mit der Ausatmung lässt Du Kohlendioxid, alle unnötigen Spannungen und Schmerzen aus Deinem Körper fliessen.

1. Metall (Lungen-Dickdarm / 3-5 h – 5-7 h)

Bild2

2. Erde (Magen – Milz-Pankreas / 7-9 h – 9-11h)

Bild3

3. Feuer 1 (Herz – Dünndarm / 11-13 h – 13-15h)

Bild4

4. Wasser (Blase - Nieren / 15-17h – 17-19h)

Bild5

5. Feuer 2 (Herzperikard – 3-Facher Erwärmer / 19-21h – 21-23h)

Bild6

6. Holz (Gallenblase - Leber / 23-1h – 1-3h)

Bild7

 Weiterführende Literatur: Meridian Dehnübungen, Shizuto Masunaga, Felicitas Hübner Verlag

 

 

 

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